Das Fachforum "Kreislaufschließung durch Biomasse als Rohstoff und Kompostierbarkeit" lädt dazu ein, gemeinsam an Lösungen für eine nachhaltige und kreislauffähige Wirtschaft zu arbeiten. Im Fokus steht hierbei u. a. die Frage, wie Biokunststoffe in bestehende und zukünftige Stoffkreisläufe integriert werden können. Weitere Themen sind die regionale Verfügbarkeit von Biomasse, rechtliche Rahmenbedingungen und die Entwicklung passender Vermarktungsstrategien. Gemeinsam möchten wir herausfinden, welche Schritte notwendig sind, um eine effiziente Kreislaufführung von biogenem Kohlenstoff zu ermöglichen.

Monika Wels
CREATE-Projektmanagerin | Abteilung Stoffliche Nutzung
+49 9421 960 337 | monika.wels@carmen-ev.bayern.de
Aus dem 1. Workshop des Fachforums Kreislaufschließung konnten drei zentrale Hemmnisse identifiziert werden, die es Biokunststoffen besonders schwer machen, sich auf dem Markt zu etablieren:
Aus letztem Punkt speiste sich nun das 2. Fachforum zum Thema Recyclingfähigkeit und Integration von Biokunststoffen ins Recyclingsystem. Mit einem Impuls zur „Recyclingfähigkeit als Systemfrage“ eröffnete Jöran Reske, Interzero Recycling Alliance GmbH, die Vortragsreihe des 2. Fachforums aus der Sicht der Praxis über noch offene Punkte und mögliche Lösungsansätze im aktuellen Recyclingsystem.
Biobasierte Kunststoffe haben aus seiner Sicht ein großes Potenzial für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. In der Recyclingbranche gibt es jedoch weiterhin viele Vorbehalte. Diese entstehen weniger durch aktuelle Forschungsergebnisse, sondern vor allem durch Erfahrungen aus dem Anlagenbetrieb.
Um gemeinsam Fortschritte zu erzielen, ist es wichtig, zunächst die derzeit schwierige Marktsituation der Recycler zu verstehen. Darauf aufbauend braucht es einen noch intensiveren Austausch zwischen allen Akteuren der Kreislaufwirtschaft.
Im Anschluss teilten Benedikt Hiller und David Krieg, beide Wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Kreislaufwirtschaft der Biopolymere der Hochschule Hof (ibp), ihre Forschungsergebnisse zu “Bio-Additiven aus Nebenprodukten” und der “Additivfreien Modifikation von Biopolymeren mittels ionisierender Strahlung” mit dem Fachpublikum. Damit stellten sie zwei spannende Ansätze vor, wie sich Biopolymere künftig gezielt gestalten und verbessern lassen könnten, und gaben damit wichtige Impulse für die Weiterentwicklung nachhaltiger Materialien.
Der Workshop-Teil ging von einem utopistischen Zukunftsszenario 2035 aus: ein nahezu optimaler Zustand im Recyclingbereich ist erreicht und Biokunststoffe sind in beachtlichen Mengen im System integriert. In Anlehnung an die Back Casting-Methode erarbeiteten die Teilnehmenden in fünf Break-Out Sessions zentrale Weichenstellungen, identifizierten systemische Abhängigkeiten und kritische „Henne-Ei“ Unsicherheiten zum heutigen Zeitpunkt, die es zur Erreichung des Zukunftsszenarios adressiert werden müssen.
Im Anschluss an werden die Vorträge der Referenten und eine ausführliche Zusammenfassung der Workshopergebnisse der CREATE Cloud geteilt.
Ziel: Identifikation, Kategorisierung und Priorisierung von Herausforderungen und Hemmnissen bei der Kreislaufschließung mit Biokunststoffen
Im ersten Workshop zu Kreislaufschließung im Kontext von Biokunststoffen wurden zentrale Hemmnisse und Entwicklungsbedarfe entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfasst und diskutiert. Rund 30 Teilnehmer unterschiedlichster Branchen nahmen, aufgeteilt in 2 Gruppen, am Workshop teil.
Der Workshop startete mit einem Kurz-Impuls von Nico Arbeck, Abteilungsleitung Stoffliche Nutzung bei C.A.R.M.E.N. e.V., zu den Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft und einer groben Übersichtsstruktur in Form einer Roadmap, wie das Fachforum in den kommenden Monaten des Projekts gestaltet werden kann.
Daran anschließend erarbeiteten beide Gruppen eine Übersicht zur Kategorisierung von Hemmnissen entlang der Wertschöpfungskette, die den Unternehmen im Arbeitsalltag mit Biokunststoffen begegnen und das Thema „Kreislaufschließung mit Biomasse als Rohstoff und Kompostierbarkeit“ beeinträchtigen.
Auf dieser Basis priorisierten die Teilnehmenden die identifizierten Themen, um die drängendsten Fragestellungen in den nächsten Fachforenterminen weiterbearbeiten zu können. Die so ermittelten Themen werden im Projektverlauf nun laufend neue Schwerpunkte bilden, um bedarfsgerecht auf die Anforderungen der Teilnehmenden zu reagieren.
Als größte Hemmnisse für den Einsatz Nachwachsender Rohstoffe in der Kunststoffbranche stellten sich unter anderem die Preisdifferenz zu fossilen Kunststoffen, fehlende Normen und Regulatorik und unzureichende Integrationsmöglichkeiten in das bestehende Recyclingsystem heraus.
Die detaillierte Zusammenfassung des Workshops erhalten die Teilnehmenden von CREATE exklusiv über den Zugang zur CREATE Fachforen-Cloud.




Das Fachforum „Kreislaufschließung durch Biomasse als Rohstoff und Kompostierbarkeit“ des C.A.R.M.E.N. e.V. bietet Forschungseinrichtungen und Innovationstreibern eine Plattform, um die Rolle von nachwachsenden Rohstoffen in der Kreislaufwirtschaft zu beleuchten. Für den nachhaltigen Einsatz der Biomasse werden unter anderem die Regionalität der verwendeten Biomasse, die Anwendungsfelder für kompostierbare Produkte und die Schaffung wertvoller Produkte aus Reststoffen zentrale Themen sein. Wir laden alle Interessierten ein, ihre Expertise und Herausforderungen einzubringen, neue Impulse zu setzen und die thematische Ausrichtung der kommenden Treffen aktiv mitzugestalten. Ob innovative Forschungsansätze, lehrreiche Erfahrungen aus der Praxis oder das gemeinsame Entdecken neuer Möglichkeiten – das Fachforum lebt vom offenen Austausch und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
Wer sich beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen, Teil dieses Fachforums zu werden und die Entwicklung biobasierter Polymere im Netzwerk aktiv mit voranzutreiben.