Im Fokus des Fachforums "Materialentwicklung und Verarbeitung" stehen Biokomposite und die Verarbeitung von Biokunststoffen. Diskutiert werden Anforderungen an Prozess, Werkzeuge und Materialien, insbesondere hinsichtlich notwendiger Anpassungen von Produktdesign und Verarbeitung, die Prozessstabilität sowie die Reproduzierbarkeit der Materialeigenschaften. Weitere Themen sind die Umweltbeständigkeit und Verfügbarkeit biobasierter Kunststoffe sowie die Skalierbarkeit ihrer Verarbeitung. Im Themenbereich Biocomposite werden u. a. die Themen Naturfasern, Biokohlenstoff und Kreislaufführung von Biocompositen behandelt.

Rebecca Schoch
Senior Scientist | Materialentwicklung & -prüfung
+49 931 4104-486 | r.schoch@skz.de
Im zweiten Treffen des Fachforums Materialentwicklung stand die Frage im Mittelpunkt, wie biobasierte Rohstoffe heute bereits in Farben, Tinten und Lacksystemen eingesetzt werden können und wo aktuell noch Herausforderungen bestehen. In einem Online Fachvortrag gab Dr.-Ing. Felipe Wolff Fabris vom Europäischen Zentrum für Dispersionstechnologien einen fundierten Überblick über den Aufbau klassischer Formulierungen und zeigte auf, welche ihrer zentralen Komponenten durch biobasierte Alternativen ersetzt werden können. Dabei wurde deutlich, dass sich für Dispergiermedien, Bindemittel, Farbmittel und Additive inzwischen eine wachsende Bandbreite an nachwachsenden Rohstoffen und marktreifen Produkten etabliert hat.
Gleichzeitig machte der Vortrag klar, dass der Einsatz biobasierter Komponenten nicht als einfache Substitution einzelner Rohstoffe verstanden werden darf. Jede Veränderung in der Rezeptur zieht Anpassungen im gesamten Formulierungskonzept und häufig auch in den Herstellungsprozessen nach sich. Biobasierte Materialien sollten daher gezielt dort eingesetzt werden, wo sie funktional sinnvoll sind oder sogar Leistungsverbesserungen ermöglichen. Neben technologischen Fragestellungen wurden auch wirtschaftliche Aspekte angesprochen, etwa die Verfügbarkeit geeigneter Rohstoffe und die Skalierbarkeit bestehender Lösungen. In der anschließenden Diskussion nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, konkrete Fragen aus der eigenen Praxis einzubringen und Erfahrungen auszutauschen. Das Fachforum bestätigte damit seine Rolle als Plattform für den praxisnahen Wissenstransfer zwischen Forschungseinrichtungen, Materialherstellern und Anwendern und lieferte wertvolle Impulse für zukünftige Entwicklungen im Bereich biobasierter Farb- und Lacksysteme.
Am 10. November 2025 fand das erste Fachforum „Materialentwicklung und Verarbeitung“ im Rahmen des CREATE-Netzwerks statt. Ziel der Veranstaltung war es, allen Teilnehmern einen umfassenden Überblick über das Thema Biokunststoffe zu geben und damit eine gemeinsame Wissensbasis zu schaffen.
Im Fachvortrag wurden zentrale Aspekte rund um Biopolymere beleuchtet, darunter:
Da das Konsortium aus Vertretern unterschiedlichster Branchen besteht, war dieser Einstieg ein wichtiger Schritt, um ein gemeinsames Verständnis zu fördern.
In der anschließenden Diskussionsrunde wurden die größten Hürden bei der Implementierung von Biokunststoffen in bestehende Prozesse und Produktportfolios identifiziert. Neben den höheren Materialkosten im Vergleich zu konventionellen Kunststoffen stellten sich vor allem regulatorische Anforderungen und der damit verbundene bürokratische Aufwand als zentrale Herausforderungen heraus.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Food-vs-Material-Debatte: Die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für die Produktion biogener Rohstoffe, die auch für Lebensmittel verwendet werden könnten, erfordert eine klare und transparente Kommunikation gegenüber Endverbrauchern. Nur so lässt sich die Akzeptanz für den Einsatz solcher Materialien in der Industrie sicherstellen.
Das nächste Fachforum „Materialentwicklung und Verarbeitung“ findet in Kalenderwoche 11 im Jahr 2026 statt. Wir freuen uns auf weitere spannende Diskussionen und Impulse!




Das Fachforum „Materialentwicklung und Verarbeitung“ des SKZ bietet Forschungseinrichtungen und Innovationstreibern eine Plattform, um zentrale Fragestellungen rund um die Verarbeitung biobasierter Polymere und Komposite, Entwicklungsmöglichkeiten für neue Materialien oder andere Innovationen und Herausforderungen gemeinsam zu bearbeiten. Wir laden alle Interessierten ein, ihre Expertise und Herausforderungen einzubringen, neue Impulse zu setzen und die thematische Ausrichtung der kommenden Treffen aktiv mitzugestalten. Ob herausfordernde Anwendungsfälle, neuartige Werkstoffe oder Erfolgstransfer von Forschung in den industriellen Einsatz – das Fachforum lebt vom offenen Austausch und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
Wer sich beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen, Teil dieses Fachforums zu werden und die Entwicklung biobasierter Polymere im Netzwerk aktiv mit voranzutreiben.